Aufgaben und Ziele des Förderprogamms Städtebaulicher Denkmalschutz

Das Bund-Länder-Programm "Städtebaulicher Denkmalschutz" unterstützt die Sicherung, Erhaltung, Modernisierung und Weiterentwicklung historisch bedeutender Ensembles, wie Straßenzüge, Plätze, Stadtkerne bzw. -quartiere. Im Vordergrund steht dabei die Bewahrung des städtebaulichen Charakters. Die Umsetzung des Förderprogramms soll sich in erster Linie auf ein hohes bürgerschaftliches Engagement und eine aktive Mitarbeit stützen können.

Ziel ist es, die historischen Orte zu lebendigen Wohn,- Arbeits-, Kultur- und Lebensräumen zu entwickeln, die sowohl für die Bewohner als auch für Besucher attraktiv sind. Ein besonderes Potenzial für deren zukunftsfähige Weiterentwicklung birgt die baukulturelle Bedeutung als Wirtschaft- und Standortfaktor. Eine Altstadt mit erlebbarer und in Szene gesetzter Geschichte erhöht die Attraktivität für Besucher und kann gleichzeitig für Gewerbetreibende, u.a. durch erhöhte Kundenfrequenzen, wirtschaftlich von Nutzen sein.
Dieses Potenzial gilt es in der Spandauer Altstadt im Rahmen des Förderprogramms zu nutzen und zu entwickeln.

Seit der Programmeinführung im Jahr 1991 bis einschließlich 2013 unterstützte der Bund bereits 420 Städte durch Finanzhilfen, um die Erhaltung und Weiterentwicklung von innerstädtischen, historischen Ensembles zu gewährleisten. Insgesamt wurden in diesem Zeitraum rund 2,14 Milliarden Euro für Maßnahmen im Rahmen dieses Förderprogramms bereitgestellt.

Warum ist das Förderprogramm "Städtebaulicher Denkmalschutz" für die Altstadt Spandau notwendig?

Die Spandauer Altstadt steht aufgrund der demografischen und gesellschaftlichen Veränderungen vor stetig wachsenden wirtschaftlichen, sozialen und städtebaulichen Herausforderungen.

Das Umsatzwachstum im Online-Handel, fehlende Barrierefreiheit, zunehmende Ladenleerstände, sinkende Kaufkraft, hoher Wettbewerbsdruck, unzureichende Mischung und Vielfalt sowie mangelnde Qualität und Quantität der Angebote beschreiben einige der Herausforderungen, die Einzelhandelsstandorte wie die Spandauer Altstadt zu bewältigen haben.

Durch die Aufnahme der Spandauer Altstadt in das Förderprogramm „Städtebaulicher Denkmalschutz“ sollen gemeinschaftlich Lösungsansätze und -strategien entwickelt sowie Projekte und Maßnahmen umgesetzt werden, die die Altstadt als gesellschaftliches, kulturelles und funktionales Zentrum des Bezirks Spandau stärken. So können z.B. die Durchführung gemeinsamer Aktionen, wie ein Trödelmarkt oder ein Altstadtfest, den nachbarschaftlichen Zusammenhalt stärken und Kooperationen fördern, gleichzeitig aber auch die Attraktivität der Altstadt für Besucher steigern. Weitere Möglichkeiten ergeben sich aus einer gezielten und strategischen Ansprache an Gewerbetreibende, um die Anzahl der Ladenleerstände zu verringern und die Angebotsvielfalt zu steigern.

Fußgängerzone Kinder- und Familienfest Am Kolk

Die Altstadt Spandau ist neben der Altstadt Köpenick der einzige erhaltende historische Stadtkern in Berlin und besitzt als größte zusammenhängende Fußgängerzone der Stadt ein Alleinstellungsmerkmal, das es für die zukünftige Entwicklung zu nutzen gilt. Dafür wurden bereits umfassende Untersuchungen durchgeführt, um vorhandene städtebauliche Missstände und funktionale Schwächen zu ermitteln sowie Strategien und Konzepte für die Überwindung dieser Defizite zu entwickeln. Maßgeblich ist das sogenannte Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK) zu nennen. Dabei handelt es sich um eine komplexe Darstellung von Planungen, Maßnahmen und Zielstellungen für ein bestimmtes Gebiet, die aus einer umfassenden Stärken-Schwächen-Analyse heraus entwickelt werden. Eine Voraussetzung für eine ganzheitliche Analyse ist die aktive Einbindung und Beteiligung der Bürger. Dabei sind u.a. die Themenbereiche Wohnen, Wirtschaft, Infrastruktur, Bildung, Kultur und Soziales Bestandteil der Analyse. Das Konzept verfolgt das Ziel, die Planungen und Maßnahmen in eine langfristige, auf die Gesamtstadt ausgerichtete Strategie einzubetten und somit die nachhaltige Stadtentwicklung zu fördern. Das ISEK ist zudem eine Voraussetzung für die Aufnahme in die Städtebauförderprogramme und bildet die Grundlage des weiteren Handels.

Weitere Informationen zum ISEK Spandau können Sie hier abrufen.